Mittwoch, 28. Oktober 2009

Etappe Cusco - La Paz

Distanz: 650km
Hm: 2200

Gesamtdistanz: 2730km


Nach Puno


Nach einigen erholsamen Tagen, in denen wir Macchupichu besichtigten und unsere gestohlenen Sachen wieder organisierten, verliessen wir voll neuem Elan Cusco, um weiter in Richtung Süden und Titicacasee zu radeln. Leider fühlte sich Tobi am Abend des zweiten Tages nicht wohl, also mussten wir einen weiteren Ruhetag einlegen. Da die Strecke Cusco - Puno eine begehrte Strecke für Touristen ist, wurden uns viel weniger verwunderte Blicke von Einheimischen zugeworfen. Allerdings stiessen wir wie auch schon vorher, auf viele zuvorkommende und freundliche Menschen. Eines Nachmittags, als wir noch auf unseren Rädern sassen verdunkelte sich plötzlich der Himmel und wir wussten, dass ein Unwetter bevorstehen würde. Also traten wir noch stärker in die Pedalen um es rechtzeitig ins nächste Dorf zu schaffen. Zu unserer Enttäuschung, bemerkten wir jedoch, dass das auf der Karte eingezeichnete Dorf gar nicht existierte. Wir mussten also noch zwanzig Kilometer weiter, wenn wir eine trockene Unterkunft finden wollten. Nach kurzer Zeit fing es heftig zu Regnen an, daraus wurde Schneeregen und schliesslich sogar Hagel. Im nächsten kleinen Dorf hatten sich die schmalen Strassen in reissende Bäche verwandelt. Verzweifelt und durchnässt suchten wir nach einem Hospedaje, was es, wie wir erfuhren, in diesem Dorf jedoch nicht gab. Schlussendlich wurden wir zu unserer Freude von einem Klosterbruder in ein spartanisch eingerichtetes Zimmerchen neben der Kirche geführt. Sogleich bat er uns in die Küche, wo uns Kaffe und Brot angeboten wurde. Von ihm erfuhren wir, dass sich das Wetter in diesem Gebiet die Hälfte des Jahres so ungemütlich verhält. Am nächsten Tag fuhren wir nach Puno, wo wir einen Ruhetag verbrachten.







Nach La Paz
Der grösste Teil dieser Ettappe führte die Strasse am imponierenden Titicacasee entlang. Er liegt auf 3800 m.ü.M und ist ca 200km lang. Während der Fahrt sahen wir den See aus allen Winkeln und waren immer wieder beeindruckt vom tiefblau schimmernden Wasser. Als wir eines Abends schon das Zelt aufgestellt hatten, und die Abendsonne genossen kamen zwei Jungen auf einem Esel geritten um die Gringos zu betrachten. Wir luden sie zum Nachtessen ein, das wie so oft aus Teigwaren und Tomatensauce bestand. Da hier nur einfache Bauern leben gelten Teigwaren als Leibspeise, die die Jungen normalerweise nur Sonntags geniessen können. Während dem äusserst unterhaltsamen Abend erfuhren wir viel über das Leben der Menschen in dieser Gegend. Zwei Tage später erreichten wir am Mittag die Agglomeration von La Paz. Die Fahrt durch die von Minibussen und Lastwagen verstopfte Strasse war nervenaufreibend. Irgendwann erreichten wir jedoch das Tal, in dem La Paz liegt. Der Anblick hinunter auf die Stadt, deren Häuser bis zum Horizont reichen, war atemberaubend. Das Zentrum liegt am tiefsten Punkt der Stadt, also konnten wir die Fahrt ohne Anstrengungen geniessen. Das Grossstadtfeeling in La Paz gefällt uns sehr gut, deshalb werden wir etwa vier Tage hier verbringen.


Rückblick Peru
Unangenehme Eigenheiten
  • Oft besitzen Restaurants und Läden keinerlei Wechselgeld. Meist rennt nach jedem Einkauf ein Mitarbeiter aus dem Laden, um Kleingeld zu organisieren, auch wenn es sich um Beträge von umgerechnet 80 Rappen handelt.
  • In allen Restaurants läuft mindestens ein Fernseher mit stumpfsinnigen Sendungen, vergleichbar mit "Gute Zeiten schlechte Zeiten".
  • Leute die einzelne Brocken Englisch können, sind derart stolz darauf, dass sie mit uns kein spanisch sprechen wollen, obwohl dies meist einfacher zu verstehen wäre als ihr schlechtes Englisch.
  • Manche Leute haben keinerlei Hemmungen auf offener Strasse ihr Geschäft zu verrichten.
Angenehme Eigenheiten
  • Die Menschen sind uns immer sehr zuvorkommend und freundlich begegnet. Dies zeigt der Umstand, dass wir niemals vergeblich nach einer Mitfahrgelegenheit fragen mussten.
  • Auch in den kleinsten Dörfern hat es ein einfaches Restaurant das ein günstiges Mittagsmenu anbietet.
  • Sobald die Einheimischen bemerken, dass wir ein wenig spanisch sprechen, haben sie grosse Freude und werden gesprächig.
  • Das Land hat verschiedene Landschaftliche Grossräume zu bieten. Dazu gehören: Wüste, Urwald, Hochgebirge und Altiplano.

Dienstag, 6. Oktober 2009

Etappe Huaraz - Cusco

Distanz: 669km
Hm: 6200m

Gesamtdistanz: 2080km


Hitchhiking/Bus: 750km




Von Huaraz auf 4800 m.ü.M

Wir wussten, dass uns auf der nächsten Etappe zwei hohe Andenpässe erwarten würden. Den ersten tag wollten wir langsam angehen, damit wir auf unter 4000 m.ü.M übernachten konnten. Am Morgen des zweiten Tages kamen wir an einer Kontrollstation des vor uns liegenden Nationalparks vorbei. Dort trafen wir auf einen Amerikaner, der auch mit dem Fahrrad unterwegs ist. Er schloss sich uns an und so nahmen wir die nächsten Hürden zu dritt in Angriff. Im Laufe des Tages bemerkten wir, dass Ben, unsere Begleitung, keinerlei Proviant bei sich hatte. Da wir jedoch mehr als genug davon hatten, gaben wir gerne etwas davon ab, wofür er sehr dankbar war. Der Weg führte in gleichmässiger Steigung den Hang hinauf. Nach dem ersten Pass und einer rasanten Abfahrt mussten wir uns über einige kurze aber kernige Anstiege ein zweites Mal auf über 4800 m.ü.M hinaufstrampeln. Danach wartete eine endlos lange Abfahrt auf uns, die wir in vollen Zügen genossen. Im nächsten Dorf angekommen nahmen wir ein verfrühtes Nachtessen ein und suchten uns eine günstige Unterkunft. Ein Nickerchen später machten wir uns für ein zweites Nachtessen auf.
Die nächsten Zwei Tage fuhren wir weiterhin zu dritt über einen kleineren Pass und eine 50km lange Abfahrt nach Huanuco um uns dort ein paar Tage Ruhe zu gönnen.




unterwegs Richtung 4800m.ü.M.






Auch auf 4500 m.ü.M leben hier Menschen




Zur höchsten Stadt der Welt

Cerro de Pasco, die höchste Stadt der Welt, liegt 2400 Meter höher als Huanuco auf 4300 m.ü.M. Da die Strasse jetzt aber wieder Asphaltiert war, konnten wir uns einige Arbeit ersparen, indem wir uns immer wieder für einige Kilometer an Lastwagen klammerten. Oben angekommen trennten wir uns von unserer Begleitung, weil Ben dort auf die Eisenbahn umsteigen wollte. Wir übernachteten in Junin und genossen am darauffolgenden Morgen das günstigste Frühstück aller Zeiten. Wir bezahlten für zehn Brötchen, vier Spiegeleier und drei Tassen Kaffe umgerechnet 70 Rappen. Nun ging es annähernd zwei Tage abwärts nach Huancayo. Am Ende des zweiten Tages holte uns Ben überraschenderweise wieder ein, denn er musste in Cerro de Pasco feststellen, dass die Eisenbahn ausschliesslich Güter transportiert.




Kaffe kochen am Abend (Danke Tamara und Jonas)


Lama auf der Strasse







Hitchhiking

Da die folgenden Kilometer auf Grund der schlechten Strassenverhältnissen sehr beschwerlich geworden wären, beschlossen wir, uns ein weiteres mal als Anhalter zu versuchen. Wir fuhren mit Hilfe von zwei Lastwagen, für die der Weg kaum weniger beschwerlich war, nach Ayacucho und nahmen dort einen Bus nach Cusco. Leider wurde uns während der Fahrt ein Rucksack gestohlen. Cusco ist die unumstrittene Tourismusmetropole von Peru. Wir werdem uns hier einige Tage erholen, die gestohlenen Gegenstände ersetzen und Machu Picchu besichtigen. Bald geht es weiter zum Titicacasee und schliesslich nach La Paz, Bolivien.




Hitchhiking